Ausflug nach Newcastle und anfängliche Schwierigkeiten

Auch an meinem dritten Tag entdeckte ich wieder einen neuen Teil des Landes. Diesmal ging es ca. 160 km nördlich die Küste hoch nach Newcastle.Sonnenuntergang, Newcastle, Strand, Gras

Bevor es los geht noch ein paar Worte zu meiner Situation. Mein Plan war es, keinen Plan zu haben und einfach alles auf das gerade Wohl zu entscheiden. In den ersten paar Tagen bereitete mir diese Herangehensweise einige Probleme (mit meinem eigenen Gewissen). Ich konnte für mich selbst nur schwer Entscheidungen treffen, in Deutschland war ja bis jetzt alles immer (weitestgehend) geplant. Was also nun machen mit der neuen Freiheit? Möglichkeiten gibt es ja schier unendlich, ich muss sie nur ergreifen! Aber genau der Schritt, eine Entscheidung zu treffen bzw. einfach was zu machen ohne groß darüber nach zu denken, bedarf etwas an Übung.
Am Beispiel: Zuhause steht man frühs auf, macht Frühstück, geht zur Arbeit, arbeitet, hat Feierabend, macht noch irgendeine Aktivität, isst Abendbrot und dann später schläft man… Tag ein Tag aus, Alltagstrott eben!
Ich übe mich also derzeit daran, die Dinge auf mich zu kommen zu lassen und weniger von vornherein durchzuplanen. Es ist nicht ganz leicht, besonders weil ich alleine reise und fast jeden Tag alles neu ist, aber es wird leichter je mehr man sich darauf einlässt!
Ich denke es ist ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren, denn zu den vielen neuen Eindrücken kommt bei mir auch noch eine Portion Heimweh hinzu. Ich bin ein Familienmensch und vermisse euch alle sehr, besonders meinen Schatz Johanna.
Trotzdem genieße ich meine Erlebnisse hier. Mittlerweile habe ich auch eine australische SIM-Karte, was die Kommunikation nach Hause sehr erleichtert. Telefonate, Fotos, und Chats sind problemlos möglich, so kann ich wann immer mir danach ist mit meinem Lieben in der Heimat telefonieren oder schreiben. Erleichternd kommt dazu, dass ich ja auch hier neue Kontakte knüpfe und es mir Spaß macht mich mit anderen Reisenden oder Einheimischen auszutauschen.

Nobby Beach Newcastle, dreamcatcher.tv

Nun aber wieder zu meinen Erlebnissen. Es ist nun Sonntag und ich treffe mich im Zug mit Wolfgang und fahre gemeinsam mit ihm nach Newcastle. Nach ca. 2,5 h Zugfahrt und interessanten Unterhaltungen erreichen wir den Bahnhof. Auch hier geht’s erstmal zum Hostel, da mein Mate hier für ein paar Nächte bleibt. Anschließend machen wir uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Meer. Ein langer Marsch lag vor uns, doch dann entdeckten wir endlich Wasser. Vor uns breitete sich der große Industriehafen aus. Hier werden hauptsächlich die Güter aus der hiesigen Stahlindustrie verschifft, dem zufolge passieren hier täglich richtig große Schiffe die Fahrrinne.

Frachtschiff, Newcastle, dreamcatcher.tv

Entlang der Promenade befinden sich natürlich auch einige Restaurants, Cafes, Bars und auch ein Imbissstand. Da wir keinen Supermarkt auf Anhieb ausfindig machen konnten, aßen wir eben was bei Harry’s Cafe De Wheels , wesentlich günstiger als im Restaurant. Ich bestellte ein Chili Hot Dog und war damit für den Moment auch erstmal gut gesättigt. Frisch gestärkt konnten wir nun die letzten Meter zum Nobbys Beach antreten.

Nobbys Beach Newcastle, dreamcatcher.tv

Es war für mich das erste Mal, dass ich den Strand und das Meer in Australien aus nächster Nähe gesehen habe. Einfach fantastisch dieser Moment. Die Wellen vor mir, die langsam untergehende Sonne im Rücken und kaum eine Menschenseele weit und breit. Einmal mit den Füßen kurz rein, dachte ich mir und schon war die halbe Hose nass, da die Wellen an diesem Tag ganz schön groß waren. Am Ende vom Strand ragte ein Leuchtturm empor und da es auch immer windiger und kälter wurde beschlossen wir kurzer Hand wieder die Schuhe anzuziehen und den Wellenbrecher, damit die Schiffe ruhiger in den Hafen fahren können, bis vor zu laufen. Während dessen verließ ein großes Transportschiff den Haffen, geleitet von 4 oder 5 kleinen Schleppschiffen.

Nobbys Beach Newcastle, dreamcatcher.tv
Einfach mal das Meer beobachten, die letzten Sonnenstrahlen einfangen und das Rauschen der Wellen genießen.
Nobbys Lighthouse Newcastle, dreamcathcer.tv
Der Leuchtturm von Newcastle „Nobbys Lighthouse“
Cargo Ship Newcastle Harbour, dreamcatcher.tv
Ein ausfahrendes Containerschiff im Hafen von Newcastle

Nach dem wir das Schiff noch beim Verlassen des Hafens beobachtet hatten und bis zum letzten Punkt des Wellenbrechers vorgelaufen sind, war auch die Sonne hinter dem Horizont verschwunden. Höchste Zeit wieder in die Stadt zu gehen, schließlich muss ich auch noch mit dem Zug zurück nach Sydney. Leider hatte ich mein Hostel bereits für die gesamte erste Woche gebucht und konnte dieses auch nicht stornieren, sonst wäre ich gerne noch länger in Newcastle geblieben und wahrscheinlich auch mal schwimmen gegangen.
Zurück in der Stadt haben wir dann zum Glück noch einen Supermarkt gefunden der auch offen hatte und das am Sonntagabend. Für mich gab es ein Pizzabrötchen, eine Banane und was zu trinken. Anschließend begleitete ich Wolfgang noch zum Hostel um von dort direkt zum Bahnhof weiter zu gehen.
Aus gehen wurde dann ganz schnell rennen bei mir, weil ich die Strecke bis zum Bahnhof doch etwas unterschätz hatte. Ohje der nächste Zug fährt erst wieder in einer Stunde! Verschwitzt und erschöpft aber wenigstens pünktlich kam ich an der Station an, im Zug gab es dann mein Abendbrot und ich fing an ein paar Zeilen zu schreiben, bis mir langsam aber sicher die Augen zu fielen.

Newcastle, Nobbys Beach, Wellen, dreamcatcher.tv
Nach einer warmen und entspannenden Dusche im Hostel fiel ich dann todmüde ins Bett und konnte sofort einschlafen, von Jetlag keine Spur mehr. Also wenn ihr eine ähnliche Reise vor habt und eventuell auch mit dem Jetlag zu kämpfen habt, dann macht es wie ich und geht laufen, laufen, laufen. Seit meiner Ankunft in Sydney habe ich täglich zwischen 10 und 20 km zurückgelegt, irgendwann braucht der Körper seinen Schlaf und holt ihn sich einfach.

Schöne Grüße
Franz

 

Ein Kommentar zu „Ausflug nach Newcastle und anfängliche Schwierigkeiten

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